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ÖGJ: Kein Frauenklo, kein Lehrplatz

Forderung nach eigenständigem Schulfach für Berufsberatung

Die Einkommensschere beginnt schon mit der Lehre: Während 38 Prozent der männlichen Lehrabsolventen für ihre erste Vollzeitarbeit mindestens 1.800 Euro brutto bekommen, sind es bei den Frauen nur 9 Prozent. "Das liegt zum einen an der Berufswahl, zum anderen werden Mädchen aber nach wie vor diskriminiert, wenn sie einen technischen Beruf erlernen möchten", sagt Sascha Ernszt, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März. „Mädchen berichten uns von fadenscheinigen Gründen, aus denen sie abgelehnt werden: Der Kfz-Mechanikermeister, der glaubt, dass Mädchen zu schwach für den Job sind, oder der Chef, der keine Frauen aufnehmen will, weil er keine Frauentoilette hat. Das sind faule Ausreden", kritisiert Ernszt. Der Frauenanteil (41,8 Prozent) in der überbetrieblichen Lehrausbildung ist daher deutlich höher als in der Lehrlingsausbildung insgesamt (34,4 Prozent).

Der ÖGJ-Vorsitzende fordert daher, dass die Personalverantwortlichen mehr für das Thema Diskriminierung sensibilisiert, und die Mädchen besser aufgeklärt werden: "Von 206 möglichen Lehrberufen wählen Mädchen in der Regel immer nur die gleichen drei: Friseurin, Sekretärin oder Verkäuferin. Das sind 203 verpasste Chancen." Deshalb ist die Einführung eines eigenständigen Schulfachs für Berufsorientierung und -beratung an allen Schultypen so wichtig, ganz besonders in der 7. Schulstufe. „Dafür braucht es auch speziell Personal", fordert Ernszt und sagt weiters: „Buben sind für technische Berufe nicht besser geeignet als Mädchen, den Schülerinnen muss nur mehr Mut für eine Ausbildung in technischen Berufen gemacht werden. Und ihnen muss die Chance dazu gegeben werden", fordert Ernszt.